Die am 21. April 2026 veröffentlichte Studie von Chaberton Partners «CHRO: The Orchestrator of the Adaptive Organisation» identifiziert drei zentrale HR-Trends: die Auswirkungen von KI auf die Berufe, die Resilienz von Organisationen in einer unvorhersehbaren und instabilen Welt sowie die zunehmende Bedeutung der Unternehmenskultur.

Künstliche Intelligenz (KI) verändert die Art und Weise, wie wir arbeiten, grundlegend. Laut dem Chaberton-Bericht 2026 lässt sich bei den 100 befragten Unternehmen ein Agentisches-KI-Paradox beobachten. Lediglich 29 % der Befragten sehen sich bereit, KI in ihrer Organisation einzusetzen. 68 % befinden sich noch in der Vorbereitungsphase. Die grössten Hürden bei dieser Transformation sind die schlechte Datenqualität, fehlende KI-Kompetenz (AI Literacy) und der Widerstand gegen Veränderungen.
Bei der Vorstellung des Berichts in Genf, an der rund 60 CHRO (Chief Human Resources Officer) teilnahmen, erklärten mehrere grosse Organisationen, sich derzeit in der Testphase zu befinden. Im Bankensektor etwa hat die Datensicherheit oberste Priorität. Im Personalmanagement wird KI bereits bei der Rekrutierung, der Planung (workforce planning), der Berichterstellung oder zur Bearbeitung schwieriger Fälle eingesetzt. Verschiedenen Stimmen zufolge soll KI ein Instrument bleiben, das den Führungskräften zur Verfügung steht. Entscheidungen bleiben in menschlicher Hand. Gleichzeitig gilt es, die Transformation von Berufen vorwegzunehmen und die Betroffenen bei diesen Veränderungen zu begleiten.
Zweiter Trend: Unternehmen müssen ihre Resilienz stärken. Dem Bericht zufolge sind 67 % der Befragten direkt von geopolitischen Spannungen betroffen (Zölle, bewaffnete Konflikte oder Unterbrechungen der Lieferkette). Auch die Globalisierung der Märkte wird infrage gestellt, da sich die Vereinigten Staaten, China und Europa als konkurrierende Machtpole herausbilden.
In diesem instabilen wirtschaftlichen Umfeld ist es Aufgabe des CHRO, den Daseinszweck der Organisation zu verdeutlichen und rasch Entscheidungen zu treffen. Ebenso gilt es, konsequent aus Krisen zu lernen. Die Feedback-Kultur, die psychologische Sicherheit und Führungscourage erfordert, wird dabei zu einer Herausforderung für die Zukunft. Auch die Beziehungen zwischen den Mitgliedern der Geschäftsleitung werden in diesem sich wandelnden Umfeld auf die Probe gestellt. Führungskräfte, die diese Beziehungen pflegen, verbessern ihre Fähigkeit, schnell zu reagieren und in turbulenten Zeiten innovative Lösungen zu finden.
Dritter Trend: Die Unternehmenskultur wird zum strategischen Hebel. Heute arbeiten fünf Generationen Seite an Seite (Babyboomer, Gen X, Millennials, Gen Z und Generation Alpha). Starke und klar definierte Werte ermöglichen es allen, sich an denselben Verhaltensweisen auszurichten und einer gemeinsamen Linie zu folgen. Die Geschäftsleitung und die Führungskräfte spielen eine zentrale Rolle bei der Verankerung dieser Kultur. Sie müssen mit gutem Beispiel vorangehen und Mut zeigen, um diese Werte auch in schwierigen Zeiten zu verkörpern.
