Wie man sich vom «Blue Monday» nicht das Jahr vermiesen lässt

von | Jan. 19, 2026

Artikel am Donnerstag, 22. Januar 2026, in der 24h und am Freitag, 23., in der Tribune de Genève veröffentlicht

Beim Verfassen dieser Kolumne für die dritte Januarwoche musste ich unweigerlich an den «Blue Monday» denken. Gemeint ist mit diesem breit bekannten Ausdruck der dritte Montag im Januar, der als der deprimierendste Tag des Jahres gilt.

Zwar handelt es sich hierbei nicht um eine wissenschaftlich belegte Tatsache. Dennoch ist es durchaus nachvollziehbar, dass die Kombination mehrerer negativer Faktoren – kaltes und wenig einladendes Wetter, eine angespannte finanzielle Lage nach den Feiertagen oder einfach nur der Gedanke, im neuen Jahr wieder von vorne anfangen zu müssen – im Januar für schlechte Stimmung sorgen kann. Viele Vertriebsleitende können ein Lied davon singen…

Was hat es damit auf sich? Und welche Rolle spielt die Führung in einem Unternehmen, insbesondere bei der Rückkehr zum Geschäftsalltag nach den Feiertagen? Führungskräfte sollten die mit diesem kritischen Tag verbundenen Schwierigkeiten weder zu sehr dramatisieren noch herunterspielen, sondern stattdessen ihre Rolle als Ankerpunkt möglichst optimal wahrnehmen. Sie sind aufgefordert, ihren Mitarbeitenden Unterstützung und eine klare Richtung, eine hohe Motivation, eine Vorbildfunktion, psychologische Sicherheit und Vertrauen in die Zukunft zu bieten.

Gerade jetzt ist dies ganz besonders wichtig, denn lassen Sie uns eines klarstellen: Wir beginnen diese Woche des «Blue Monday» in einem Jahr, das wahrscheinlich erneut von schwachem Wachstum, Konflikten und traurigen Ereignissen geprägt sein wird. Denken wir nur an die Tragödien, die unser Land während der Feiertage erschüttert haben! Zudem blicken wir auf ein Jahr mit einem gegenüber Fremdwährungen ausserordentlich stabilen Schweizer Franken und Zöllen, die sich erschwerend auf unsere Exportvorhaben auswirken könnten.

Wir sollten also nicht zu sehr darauf hoffen, dieses Jahr den Wind im Rücken zu haben. Deshalb müssen wir Entschlossenheit an den Tag legen, uns tapfer Schritt für Schritt durchkämpfen und nach Möglichkeiten suchen, um Hindernisse laufend zu überwinden. Führung bedeutet die Fähigkeit, andere Menschen dazu zu motivieren, selbst in schwierigen Zeiten Aussergewöhnliches zu leisten. Gefragt ist die Stärke, Paradigmenwechsel und Herausforderungen zu nutzen, sie als Chance zu erkennen und gleichzeitig das eigene Team konsequent und selbstbewusst zu führen.

Angesichts eines Tages wie dem «Blue Monday» darf sich eine Führungsperson weder von Pessimismus noch falscher Begeisterung hinreissen lassen. Stattdessen sollte sie den Herausforderungen ins Gesicht sehen, ohne sie übermässig zu dramatisieren. Entschlossen setzt sie ihre Arbeit fort, leugnet aber keineswegs die anspruchsvolle Situation, sondern erkennt sie als eine Gelegenheit, eine echte und nachhaltige Vertrauensbasis zu schaffen.

Letztendlich ist der «Blue Monday» eine Erinnerung daran, dass wir mit unserer Tatkraft, unserer Einstellung und unseren Führungsqualitäten den Lauf der Dinge beeinflussen können. Sicherlich ist es manchmal verlockend, sich in Ausreden zu flüchten, doch diejenige mit dem «Blue Monday» ist eine ziemlich armselige. Die Fähigkeit, selbst an den schwierigsten Tagen aus unseren Ressourcen, Ideen und Lösungsansätzen Kraft schöpfen zu können, ist und bleibt ein wesentlicher Erfolgsfaktor.

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