Wenn Sie sich diese Frage stellen, kennen Sie die Antwort bereits

Entscheidungen zu treffen, gehört in der Geschäftswelt zum Alltag. Gewisse Entscheidungen sind jedoch nicht einfach, so gehören sicherlich Entlassungen zu den schwierigsten Entscheidungen überhaupt. Entsprechend wichtig ist es deshalb, diesen komplexen Prozess optimal zu gestalten.

Das Kündigungsdilemma

Es ist unerlässlich, Kündigungen mit Bedacht auszusprechen, da sie nicht nur die betroffene Person und ihr direktes Umfeld betreffen, sondern auch Auswirkungen auf alle Mitarbeiter des Unternehmens haben. Dies gilt selbst dann, wenn es sich um eine rein wirtschaftlich bedingte Neuausrichtung handelt. Eine Kündigung sollte als letztes Mittel in Betracht gezogen werden, dann also, wenn andere Lösungen nicht zum Erfolg geführt haben. Priorität haben immer Alternativen wie Schulungen, Coachings, interne Mobilität oder Mentoring, sofern die Organisation und die Voraussetzungen der betroffenen Person dies zulassen. Wenn ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin trotz angebotener Unterstützung Schwierigkeiten hat, sich in die Unternehmenskultur einzufinden, oder wenn unangemessenes Verhalten die Geschäftstätigkeit, Produktivität, Teamstimmung und den Ruf des Unternehmens beeinträchtigt, stellt sich nach gründlicher Prüfung aller Optionen oft die Frage nach einer Auflösung des Arbeitsverhältnisses. In solchen Fällen deutet dies oft darauf hin, dass die Zeit für eine Entscheidung gekommen ist. Manchmal ist eine Kündigung unvermeidlich, um die Effizienz des Unternehmens aufrechtzuerhalten.

Wichtig ist eine professionelle, respektvolle Kommunikation

Eine Entlassung soll somit niemals überstürzt erfolgen, sondern ist das unvermeidliche Ergebnis eines fairen und transparenten Prozesses. Letzterer beinhaltet auch eine professionelle und respektvolle Kommunikation des Entscheids durch mindestens zwei der drei möglichen Gesprächspartner: Linienvorgesetzte, HR und Management. Die Botschaft, die vermittelt werden soll: Es handelt sich um eine notwendige Massnahme, nicht um eine Strafe oder gar um einen Racheakt. In vielen Fällen stellt dieser Schritt für beide Seiten auch eine emotionale Entlastung dar.

Wichtig ist, die Gründe für den Entscheid ausführlich zu erläutern. Dank konstruktivem Feedback kann die betroffene Person besser verstehen, wie es zu diesem Schritt kam – was auch bedeutet, dass im Vorfeld bereits Rückmeldung gegeben und Verbesserungsvorschläge gemacht wurden – und wie sie sich in Zukunft weiterentwickeln kann. Wurden diese Gespräche jeweils konstruktiv geführt und entsprechend dokumentiert, so gelangt der/die Betroffene im besten Fall zu derselben Schlussfolgerung. Es ist zudem sinnvoll, während des Übergangs Unterstützung anzubieten, ohne dabei jemanden zu bedrängen. Das kann beispielsweise Empfehlungen für die Stellensuche oder die Nutzung von Outplacement-Dienstleistungen einschliessen.

Die Entscheidung für eine Kündigung ist herausfordernd und ihre Übermittlung gestaltet sich ebenfalls anspruchsvoll. Sie wird manchmal notwendig, damit ein Unternehmen gesund, rentabel und im Gleichgewicht bleiben kann. Eine Entlassung stellt somit den letzten Ausweg dar, sollten sämtliche im Vorfeld eingeleiteten Hilfestellungen nicht die erhofften Verbesserungen bringen.

Wie bei jeder komplexen Entscheidung neigen wir dazu, Kündigungen häufig erst spät zu treffen. Wenn die Frage mehr als einmal auftaucht, dürften Sie die Antwort also bereits kennen.

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